Windsbacher werden!
WINDSBACH (13. Februar 2012). Während andere den Superstar suchen, der dann kurze Zeit im Rampenlicht steht, hält man in Windsbach nach etwas anderem Ausschau: Jungs, die gerne und gut singen. Regelmäßig lädt der Chorleiter an Wochenenden zum Vorsingen ein. Im Februar kamen 18 Knaben, von denen gut die Hälfte ihr Talent überzeugend unter Beweis stellen konnte. Das nächste Vorsingen findet am 3. und 4. März 2012 statt.
Könnte sich Martin Lehmann als Leiter des Windsbacher Knabenchores seinen Sängernachwuchs selbst backen, er würde Tag und Nacht am Ofen stehen. Was ein Junge zum Vorsingen mitbringen sollte, zählt er gerne auf: „Natürlich muss er eine gesunde Stimme haben und sich konzentrieren können.“ Wichtig ist dem Dirigenten auch ein verlässliches Elternhaus: „Erziehung mit Leitplanken“, nennt er die Voraussetzung, um dem Kind auch Grenzen zeigen und erklären zu können.
Denn Windsbacher zu sein bedeutet, musikalische Höchstleistung zu bringen. Und das erfordert neben Talent auch Disziplin. Allerdings erwartet keiner hier, dass Jungen, die sich zum Vorsingen anmelden, bereits perfekte Sänger sind. Das lernen sie im Knabenchor. „Je jünger einer ist, desto weniger müssen wir voraussetzen“, erklärt Lehmann. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass ältere Schüler schon mehr können müssen. Das ideale Alter setzt der Chorleiter bei etwa acht Jahren an, also dritte und vierte Grundschulklasse: „Dann ist genügend Zeit, die Stimme auf das Singen im Chor vorzubereiten.“ Aber auch Quereinsteiger zur Aufstockung der dünnen Männerstimmen-Jahrgänge sind gerne gesehen.
„Wer in der fünften Klasse ist, hat meist schon ein Hobby“, weiß sich der Chorleiter in Konkurrenz zu Sportvereinen und Instrumentalunterricht. Sport und Spiel, egal ob mit Fußball oder Klavier, wird jedoch auch in Windsbach angeboten: „Wir müssen uns an den Eingang der Schule stellen, um interessierte und begabte Knaben möglichst früh in Empfang nehmen zu können, beschreibt Lehmann die Problematik, junge Jungs für das Singen bei den Windsbachern zu begeistern.
Mitzubringen zu einem Vorsingen ist nichts – außer Spaß am Singen, einer gesunden Stimme, Neugier und einem vorbereiteten Lied; dabei ist es egal, ob Volks- oder Weihnachtsmelodie. Ist das Eis erst mal gebrochen, singt sich’s viel leichter. Und das geht bei vielen schnell, denn die Atmosphäre während des Vorsingens, an dem neben Martin Lehmann auch Stimmbilder Edwin Sowisch teilnimmt, um sich ein Urteil über die Eignung der Knaben zu machen, ist entspannt. Nach dem „Soloauftritt“ spielt der Chorleiter Intervalle vor, die die Jungen möglichst fehlerfrei nachsingen sollen. Das Bild, das man so vom kleinen Sänger bekommt, entscheidet dann darüber, inwieweit der dieser geeignet sein könnte, im Windsbacher Knabenchor mitzusingen.
Und wenn das der Fall ist, hofft Internatsleiter Thomas Miederer natürlich, dass sich der zukünftige Windsbacher auch vorstellen kann, gemeinsam mit den anderen Choristen im Studienheim zu wohnen. Wer möchte, kann sich das Internat nach dem Vorsingen gerne anschauen und auch mal eine Zeit lang probewohnen: „Das Internatsleben vermittelt schon früh Sozialkompetenz und ein gesundes Gruppenverhalten“, sagt Chorleiter Lehmann und lässt auch die Möglichkeit nicht unerwähnt, als „Tagesheimschüler“ nach Windsbach zu kommen: Schule, Studierzeit und Singen im Chor vor Ort – nur das Bett steht weiterhin zuhause.
30 bis 40 neue Sänger pro Jahr – das wäre der Idealfall, um die Chorarbeit langfristig zu sichern und planen zu können: „2012 werden Konzerte für 2014 ausgemacht, Verträge unterschrieben“, setzt Lehmann darauf, dann auch eine gesunde Chorstärke hinter sich zu haben. Je mehr Jungen zu den Vorsing-Terminen kommen, umso leichter ist es für den Dirigenten, seine Auswahl treffen zu können.
Wer sich für den Vorsingtermin am 3. und 4. März 2012 anmelden möchte, kann dies per E-Mail (chorbuero@windsbacher-knabenchor.de) oder unter der Telefonnummer 09871 708200 tun. Gerne empfängt Chorleiter Martin Lehmann interessierte Knaben und ihre Eltern auch nach individueller Terminabsprache.